Wissenschaftliches Programm / 5 Juli / Plenum 09:00 - 10:30

Sprache: Englisch, mit Übersetzung in Deutsch, Italienisch und Französisch

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Einsamkeit und psychische Gesundheit

Emeritus Prof. Diego DE LEO

Theater Giovanni da Udine / von 9.00 bis 9.45 Uhr

placehold

Diego De Leo

Diego De Leo ist emeritierter Professor für Psychiatrie der Griffith University in Brisbane, wo er auch emeritierter Direktor des Kooperationszentrum der Weltgesundheitsorganisation für Forschung und Ausbildung in der Suizidprävention ist. Professor De Leo ist ehemaliger Präsident der Internationalen Vereinigung für Suizidprävention und Mitbegründer und ehemaliger Präsident der Internationalen Akademie für Suizidforschung, deren Zeitschrift Archive der Suizidforschung er ebenfalls mitbegründete. Prof. De Leo ist Emeritus der Zeitschrift Crisis und war Initiator des Welt-Suizid-Präventionstages (2003). Derzeit ist er Vizepräsident der Italienischen Psychogeriatrie-Vereinigung, Leiter des Slowenischen Zentrums für Suizidforschung und Direktor der Abteilung für Psychologie der Universität Primorska, Slowenien.

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Abstract

Einsamkeit und psychische Gesundheit

Die Einsamkeit hat in letzter Zeit aufgrund der Ergebnisse einer Reihe von Längsschnittstudien, die ihre Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebensqualität des Einzelnen zeigen, die Aufmerksamkeit der Wissenschaft gefunden. Die Forschungsergebnisse veranlassten die britische Regierung zur Einrichtung eines entsprechenden Ministeriums. Eine Reihe anderer Regierungen veröffentlichte nationale Berichte über dieses beängstigende Phänomen und seine zunehmende Verbreitung. Alle diese Initiativen haben die Notwendigkeit mehr über Einsamkeit und ihre Folgen für die körperliche und geistige Gesundheit für verschiedene Geschlechter und Altersgruppen zu wissen betont. Bisher wurde dem Problem der älteren Erwachsenen die größte Aufmerksamkeit gewidmet; die Italienische Psychogeriatrie-Vereinigung hat den 15. November eines jeden Jahres zum „Tag des Endes der Einsamkeit" erklärt. Allerdings scheinen auch jüngere Individuen sehr anfällig für Einsamkeit zu sein; die extreme Isolation der Hikikomori-Menschen repräsentiert dies sehr anschaulich. Dieser Vortrag wird sich insbesondere mit der psychischen Seite des Phänomens befassen und dabei insbesondere die Einflüsse auf das Selbstmordverhalten hervorheben, die möglicherweise die extremste Folge einer nicht gelingenden Zugehörigkeit sind. Heute erscheint es von größter Bedeutung, das Bewusstsein für den großen Einfluss der Einsamkeit auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Einzelnen zu schärfen. Auf verschiedenen Ebenen müssen Maßnahmen ergriffen werden, um den Folgen der Einsamkeit entgegenzuwirken.